Interview

Das Gründungsteam des Kölner Colabor

Wir wollten ein Büro mit Gleichgesinnten schaffen und dazu inspirieren, mutiger zu werden.


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Martin Herrndorf, Miriam Pflüger und Katharina Schwartz haben das Colabor in Köln gegründet.

Das Colabor | Raum für Nachhaltigkeit ist Co-Working Space, Veranstaltungsraum und Anlaufpunkt für die Nachhaltigkeitsszene in Köln. Rund 20 Unternehmen, Freiberufler, Berater, Vereine und Verbände nutzen das Colabor als Arbeitsplatz und setzen in ihrer Arbeit Impulse für gesellschaftlichen Wandel. In den letzten zwei Jahren fanden ca. 75 öffentliche Veranstaltungen im Colabor statt, darunter Workshops, Vorträge, Filmabende, Lesungen, Konzerte oder Ausstellungen.


Interview: Daniela Mahr, Dezember 2018
Foto: Colabor Köln

Das Interview mit den Gründern

Wir wollen zeigen, dass man Weltverbesserung schick, professionell und humorvoll angehen kann.

Was ist das Colabor Köln?

Martin: Wir bieten in Köln-Ehrenfeld Schreibtische für Menschen, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigten. Wir vermieten unsere Räume und wir organisieren Events, um Themen wie Ernährung, Stadtplanung und Radfahren in Köln voranzubringen.

Katharina: Einen Pop-up-Bauernmarkt haben wir mit der Food Assembly: Hier treffen sich Erzeuger und Verbraucher mitten in Ehrenfeld.

Wie kamt Ihr dazu? Was war Eure Motivation?

Miriam: Wir wollten ein Büro mit Gleichgesinnten und Akteuren schaffen und dazu inspirieren, mutiger zu werden.

Martin: Es ging darum, etwas zu verändern. Zu zeigen, dass man Weltverbesserung schick, professionell, humorvoll angehen kann. Wenn Menschen hier hineinkommen und sich wohlfühlen – das freut mich.

Was waren Eure Startschwierigkeiten, und wie seid Ihr damit umgegangen?

Miriam: Die Finanzierung und das Arbeitspensum am Anfang. Das Gründerteam und das Feedback der Besucher hat uns getragen.

Martin: Räume in Köln zu finden ist nie einfach. Wenn man aber ein attraktives Angebot hat, dann kommen die Leute.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Euch?

Katharina: Für eine nachhaltig lebenswerte Welt zu sorgen. Dem Produzenten meiner Kleidung das zu zahlen, was er für den Lebensunterhalt benötigt, dem Landwirt zu ermöglichen, verantwortlich zu wirtschaften.

Martin: Vor Ort Dinge positiv, pragmatisch und konstruktiv voranzutreiben.

Wir sollten uns fragen, welche Auswirkungen unser Handeln hat, wo wir mit Kleinem, Großes bewirken können.

Was ist Euer Lieblingsort in Köln?

Martin: Der Rathenauplatz vor meiner Tür ist ein urbaner, lebendiger, extrem vielseitiger Platz – und von engagierten Bürgern gestaltet!

Katharina: Rheinauf- und -abwärts entdecke ich immer wieder wunderbare Orte. Strandfeeling am Niehler Hafen, Stand-Up-Paddling über den Fühlingersee sind Kurzurlaube für die Seele!

Wie seht Ihr die aktuelle gesellschaftliche Situation?

Miriam: Die Menschen kommen mit der Beschleunigung nicht mit. Hoffnung macht, dass wir uns wieder mehr verbunden fühlen: Die Gesellschaft hat sich geöffnet, mit Willkommenskultur, Nachbarschaft, Gärten in der Stadt, sozialem Engagement.

Katharina: Der Drang zur Individualisierung macht uns ignorant. Wir reden von Weltoffenheit und meinen Flugreisen. Wir sollten uns fragen, welche Auswirkungen unser Handeln hat, wo wir mit Kleinem, Großes bewirken können. Bei Eco Fashion und Biolebensmitteln sieht man einen Sinneswandel. Für alles braucht es eben Pioniere.

Ich sehe einen echten Wandel in Köln.

Und in Bezug auf Köln?

Miriam: In meinem Stadtteil haben wir mit Deutz Dialog im kleinen Rahmen viel geschafft: Die Nachbarn kommen zusammen und gestalten mit.

Martin: Ich sehe einen echten Wandel in Köln: Die Kultur ändert sich, der Niehler Gürtel bleibt erhalten, die Ringe bekommen Tempo 30 und eine Radspur. Ich freue mich über diesen Wandel.





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