Interview

Dominik Hofmann

Mit dem Co-Working und Café haben wir uns das Umfeld geschaffen, das wir uns selbst immer gewünscht haben.

Heimathafenwiesbaden

Job/Beruf

heimathafen Wiesbaden (Gründer, geschäftsführender Gesellschafter)


Interessen

Digitale Nomaden, Digitalisierung, Gastronomie, Gesellschaftliches Engagement, Impact, Kooperationen, Netzwerken, Responsible Leadership, Soziale Innovationen, Startups
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Dominik Hofmann und Albrecht von Schnurbein haben gemeinsam den heimathafen Wiesbaden gegründet. Wenn man das erste Mal diesen besonderen Ort in der Wiesbadener Karlstraße betritt, weiß man direkt, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Ort handelt. Der heimathafen ist Café, Coworking Space, Konferenzort, Veranstaltungslocation und Innovationslabor in einem.

Interview: Daniela Mahr, September 2018


Wir unterstützen bei der Gründung von Sozialunternehmen, die nicht nur Profite erwirtschaften, sondern soziale Probleme lösen wollen.


Welches Konzept steckt hinter dem heimathafen und wie kann man sich euer Tagesgeschäft vorstellen?
Der heimathafen Wiesbaden, den Abi und ich gemeinsam gegründet haben, ist ein Coworking Space und Café in Wiesbaden-Mitte. Wir vermieten Arbeits- und Konferenzräume, verkaufen Kaffee und Kuchen, aber vor allem wollen wir Gemeinschaft ermöglichen und Menschen zusammenbringen. Wir schaffen Räume, in denen Menschen gemeinsam an Ideen und Projekten bauen können. Bei über 80 Events im Jahr bieten wir viele Möglichkeiten für Austausch und Vernetzung. Hier finden sich unzählige Initiativen, wie zum Beispiel das RepairCafé oder Meetups zu Themen wie der Post-Wachstums-Ökonomie, Circular Economy oder zur Gründung von Sozialunternehmen, die nicht nur Profite erwirtschaften, sondern soziale Probleme lösen wollen.


Wie kamst du dazu? Was war die Motivation?
Ich habe mit meiner Frau eine Zeit lang in New York gelebt und dort viele moderne Arbeitsformen sowie Community-Orte entdeckt, die mich auch stark inspiriert haben. Als mein Co-Gründer Abi und ich das Konzept „Coworking Space“ gefunden hatten, wussten wir, so was wollen wir auch in unserer eigenen Stadt, in Wiesbaden. Wir haben erlebt, welche positiven Effekte und Impulse von so einem Ort ausgehen können, sowohl in die Stadt als auch in die Stadtgesellschaft. So haben wir uns damit ein Stück weit das Umfeld geschaffen, das wir uns selbst gewünscht haben.

Mich als Innovations-Liebhaber ernüchtert es jedes Mal zu sehen, wie lange Umdenkprozesse dauern.


Welche Aktivitäten verfolgt ihr neben dem Heimathafen?
Wir haben große Pläne für das Alte Gericht: Ein "Social Innovation Lab", an dem wir Innovatoren und Engagierte zusammenbringen wollen - in Kurzform: Denen helfen, die anderen helfen. Dieser Ort ist eine einmalige Gelegenheit: Ein traumhaft schönes Gebäude, mitten in Wiesbaden, mit viel Raum für Ideen. Was wäre, wenn das Alte Gericht nicht nur durch private Wohnungen und Büros für die Öffentlichkeit verschlossen bliebe, sondern allen Wiesbadenern und Gästen offen stehen würde? Wenn im Alten Gericht ein Ort „von vielen für viele“ entsteht: Ein öffentliches Café, Coworking, ein Gründer- und Kreativzentrum, ein „Labor für soziale Innovation“ und viele Veranstaltungen von & für viele Wiesbadener. Ein Ort mit reichlich Kunst, Kultur, Gemeinschaftssinn und frischen Ideen für unsere Stadt? Die ganze Vision haben wir auf einer Website zusammengefasst.

Zudem starten wir einen Impact Accelerator: Der heimathafen Accelerator ist ein Netzwerk-Accelerator für Gründer, Experten, kluge Köpfe und krasse Typen aus der Rhein-Main Region, die Gesellschaft, Kiez und Stadt gestalten wollen. Wir bieten Vernetzung zur Skalierung von wert-vollen Unternehmen. Bewerben kann man sich auf 6 Wochen intensives Startup & Mentoring Programm, 3 Monate kostenloses Coworking, eine einzigartige Community, Zugang zu über 300 internationalen Mentoren und die Teilnahme am Global Social Business Summit, dem Forum für Changemaker weltweit. 


Was bedeutet für dich Zukunftsfähigkeit?
Zukunftsfähigkeit ist für mich eine bestimmte Art zu denken, zu handeln, zu planen und zu wirtschaften. Es ist nicht nur auf ökologische Themen beschränkt, sondern ebenso für soziale, ökonomische und politische Themen relevant. Das fängt damit an, wie und was ich konsumiere, geht über, wie ich mein Unternehmen führe oder wen ich wähle und geht hin bis zu der Frage, wie ich mir meine Stadt(gesellschaft) wünsche. Soziale und ökologische Innovationen gibt es so viele – man denke nur an Themen wie Sharconomy, urbane Landwirtschaft oder „Social Entrepreneurship“. Allerdings frage ich mich: Wieviel davon haben und leben wir schon (hier in Wiesbaden) und wer bringt das nächste Projekt voran?


Was ist dein Lieblingsort in Wiesbaden? Hast du einen Geheimtipp?
Der Strand-Streifen am Rhein, der hinter Nieder-Walluf beginnt und am Leinpfad entlang geht. Hier gibt es kleine Buchten, Sandstrand, zum Schwimmen geeignetes Wasser und Abendsonne - wie Urlaub vor der Haustür. Wer noch mehr Zeit hat und noch mehr Urlaubs-Feeling möchte, dem empfehle ich den Strand am Südzipfel der Rettbergsaue – ganz hinten im Naturschutzgebiet.


Wie siehst Du die aktuelle gesellschaftliche Situation? Was läuft schief, was gibt Hoffnung - vor allem in Bezug auf Wiesbaden?
Soziale sowie ökologische Innovationen und spannende Ansätze gibt es so viele, wie etwa „Social Entrepreneurship“. Es braucht allerdings immer Menschen, die sich eines Themas annehmen. Bottom-up, also diejenigen, die von unten neue Ideen und Pilot-Projekte starten, aber auch Top-Down, das heißt Entscheider in der Politik, Wirtschaft etc., die sich ein Thema auf die Flagge schreiben und es vorantreiben.
Mich als Innovations-Liebhaber ernüchtert es jedes Mal zu sehen, wie lange Umdenkprozesse dauern. Angefangen bei mir selbst, aber vor allem in der Gesellschaft allgemein.
Besonders erschreckt mich die Tatsache, dass Menschen in hohen Positionen, egal ob Wirtschaft oder Politik, leider oft gar nicht daran interessiert sind, wirklich etwas zu ändern. Das erlebe ich leider immer wieder, wenn ich in Ausschüssen, Steuerungskreisen etc. sitze. Ihr Interesse, Positionen und Besitzstände zu wahren, verträgt sich nicht mit revolutionären Ideen – und dieses Phänomen beschränkt sich nicht auf Wiesbaden.


Changemaker: Dominik Hofmann

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