Autistic Mirror
Impact Startup
Welchem ökologischem oder sozialem Problem nimmt sich das Projekt an?
Autistische Erwachsene warten in Deutschland zwei bis drei Jahre auf eine Diagnostik, danach fehlen Erklärungen. Die Forschung erklärt autistische Neurologie genau, doch das Wissen bleibt in Fachzeitschriften. Öffentlich gilt Autismus als Defizit.
Was ist der Lösungsansatz? Womit beschäftigt sich das Vorhaben?
Die KI-Web-App Autistic Mirror erklärt autistischen Erwachsenen und ihrem Umfeld, was im Nervensystem passiert. Mechanismus zuerst, ohne Verhaltenstipps. Sofort, ohne Diagnose oder Warteliste, in 23 Sprachen. Bauweise nach Peer Review veröffentlicht.
Wie wird es umgesetzt?
Web-App unter autisticmirror.app mit geprüfter Wissensbasis aus 97 Mechanismen und fünf Schutzschichten mit Krisenerkennung. Einzelne kaufen Pakete ohne Abo. Organisationen kaufen Lizenzplätze für Mitarbeitende, erwachsene Klientinnen und Angehörige.
An welche Zielgruppe(n) richtest du/ihr euch?
Autistische Erwachsene, auch spät oder nicht diagnostiziert. Sie wollen verstehen, was in ihrem Nervensystem passiert, statt Verhaltenstipps zu bekommen. Dazu ihr Umfeld und Organisationen aus Eingliederungshilfe, Bildung und Arbeit.
Wo wirkt das Startup?
Deutschland, Österreich und Schweiz. Die App ist in 23 Sprachen weltweit nutzbar.
Status: 3. In der Durchführung
Wie kann man sich beteiligen?
Ich suche zwei Dinge.
Impact-Kapital. Impact-Investorinnen und Investoren, Crowdinvesting-Plattformen und Förderer, die Vertrieb und Marketing mitfinanzieren. Teil des Plans ist ein kostenloser Einstieg für autistische Menschen, die sich die App nicht leisten können.
Bühnen und Multiplikatoren. Tagungen, Fortbildungsprogramme, Verbände, Fachzeitschriften und Newsletter in Eingliederungshilfe, Bildung, Arbeit und Inklusion. Ich halte Vorträge und Workshops zu autistischer Neurologie, online oder vor Ort. Organisationen können die App 14 Tage mit bis zu drei Plätzen testen.
Persönliche Motivation der Gründer:innen
Ich bin autistisch. Mit 18 galt ich als hoffnungsloser Fall, meine Diagnose kam erst mit 25. In acht Jahren Autismus-Arbeit sah ich dieselbe Lücke: Das Wissen der Forschung kommt bei autistischen Menschen kaum an. Deshalb baute ich Autistic Mirror.
Die Vision
Jeder autistische Mensch kann verstehen, wie sein eigenes Nervensystem arbeitet. Unabhängig von Diagnose, Wohnort, Sprache oder Geld. Für autistische Menschen selbst ist dieser Zugang kostenlos.
Auch das Umfeld versteht es. Familien, Schulen, Arbeitgeber und Fachkräfte passen die Umgebung an, statt die Person zu verbiegen. Wissen aus der Forschung kommt dort an, wo es gebraucht wird, und nicht erst nach Jahren auf einer Warteliste.
Kein autistischer Mensch hält sich mehr für falsch, so wie er oder sie ist, weil ihm niemand erklärt hat, wie sein Gehirn arbeitet.
Der Gründungsgrund
Ich habe Autistic Mirror 2025 gegründet, um zwei Lücken zu schließen.
Die erste Lücke ist das Wissen. Die Forschung erklärt autistische Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Kommunikation heute sehr genau. Bei autistischen Menschen kommt dieses Wissen kaum an, bei ihren Familien, Lehrkräften und Arbeitgebern genauso wenig. Erwachsene warten in Deutschland zwei bis drei Jahre auf eine Diagnostik und bekommen danach meist kaum Erklärungen. Ich bin selbst autistisch und habe diese Lücke in acht Jahren Autismus-Arbeit immer wieder gesehen.
Die zweite Lücke ist die Sicherheit. Immer mehr Menschen suchen Antworten bei allgemeinen KI-Chatbots. Laut einer Studie von 2026 raten diese autistischen Menschen häufiger zum Rückzug, sobald sie ihren Autismus erwähnen. Dazu spielen sie Nähe und erfinden manchmal Quellen. Ich wollte zeigen, dass sich eine KI für eine verletzliche Gruppe gezielt absichern lässt, ohne ein eigenes Modell zu trainieren. Mehr Sicherheit ist keine Frage des Budgets. Sie ist eine Frage der Bauweise.
Die Firma soll sich dauerhaft selbst tragen. Organisationen aus Eingliederungshilfe, Bildung und Arbeit kaufen Lizenzplätze und geben sie an Mitarbeitende, erwachsene Klientinnen und Klienten und Angehörige weiter. Diese Einnahmen sollen es möglich machen, die Innensicht für autistische Menschen günstig und langfristig kostenlos anzubieten. Viele von ihnen haben wenig Geld.
Die Geschichte dahinter
Wie alles anfing
Die sicherste Person meiner Kindheit war mein Großvater, Hilfspastor auf Amrum. Er starb bei einem Unfall, als ich zehn war. Mit 18 galt ich als hoffnungsloser Fall. Es folgten betreutes Wohnen und eine gerichtliche Betreuung, mit Anfang 20 wurde ich für dauerhaft erwerbsunfähig erklärt. Mein erstes Ziel danach war ein eigenes Bankkonto. Meine Autismus-Diagnose bekam ich mit 25.
Danach habe ich acht Jahre lang beim PEM Center Hamburg ein Autismus-Programm aufgebaut und geleitet. In über 130 Keynotes habe ich erklärt, was im autistischen Nervensystem passiert. Heute lebe ich selbst auf Amrum. Die App ist für ein autistisches Kind auf der Insel entstanden und von dort gewachsen. Gebaut habe ich sie, damit andere autistische Menschen nicht erleben müssen, was ich erlebt habe.
Allein gebaut, offen geprüft
Ich habe Autistic Mirror als Einzelperson entwickelt, ohne Hochschule, ohne Institut, ohne Förderung. Programmiert habe ich mit KI-Werkzeugen, mit Claude von Anthropic und mit Lovable. Das lege ich im Paper offen.
Die eigentliche Arbeit steckt in der Absicherung. Die App ist wie eine Präsenzbibliothek mit geprüftem Bestand: Sie darf nur auf Bücher zeigen, die im Regal stehen. Ihr Bestand ist ein öffentliches Lexikon mit 97 Mechanismen. Keine Quelle ist besser als eine erfundene.
Geprüft habe ich die App mit 2.205 Testanfragen in sieben Sprachen. Dabei gab es keinen beobachteten Regelverstoß. Dazu kamen 105 lange Testgespräche, denn OpenAI hat selbst eingeräumt, dass die Sicherheit von ChatGPT in langen Gesprächen nachlassen kann. In einem dieser Gespräche hat meine App eine Regel verletzt, ohne schädlichen Inhalt. Auch das steht im Paper. Offen zu zeigen, wo die Grenzen liegen, halte ich für glaubwürdiger, als Vollständigkeit zu behaupten.
Der Weg ins Fachjournal
Im Februar 2026 habe ich mich direkt an die Fachzeitschrift Autism in Adulthood gewandt. Es folgten mehrere Runden Peer Review und fünf Fassungen. Am 22. September 2026 ist die Arbeit erschienen, frei zugänglich: doi.org/10.1177/25739581261490537
Erst danach habe ich den Vertrieb an Organisationen gestartet. Ein geprüftes Paper ist etwas anderes als ein Entwickler, der sein Produkt selbst lobt. Das Paper belegt Bauweise und Sicherheitsprüfung. Ob die App Menschen hilft, soll als Nächstes eine partizipative Studie mit autistischen Menschen zeigen.
Wer mitgeht
Die Lebenshilfe Inseln ist fester Partner von Autistic Mirror. Weitere Lebenshilfe-Verbände lernen die App gerade in eigenen Vorstellungsterminen kennen. Im Dezember 2026 stelle ich sie in zwei Workshops bei der Tagung „Autismus und psychische Gesundheit“ in Kiel vor, gemeinsam mit der Lebenshilfe Schleswig-Holstein und vor rund 200 Fachkräften aus Norddeutschland.
Dieses Impact Startup ist Teil einer Community
Adresse
Communication Bridge UGAutistic Mirror
Hamburg, Deutschland
Tel: +4915566698412
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