Wissensaustausch
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Guten Abend, ich suche eine gute, kompakte Weiterbildung zu Gemeinwohlökonomie. Freue mich über Hinweise oder Erfahrungen aus der Reflecta-Community.
Ist Geld notwendig, um die Wirtschaft und unser Leben nachhaltiger zu gestalten?
Es wird oft nach einer Finanzierung gesucht, um ein Vorhaben sei es ein Produkt oder eine Dienstleistung umzusetzen. Die Finanzierungsproblematik an sich ist relativ einfach zu begreifen. Man hat entweder Geld oder holt das Geld von Gleichgesinnten oder von Instituten in Form von Krediten.
Und dann sah ich den Dokumentarfilm Oeconomia an und fragte mich, ob wir es uns noch leisten können weiterhin auf die Geldwirtschaft zu setzen, wo Nullwachstum keine Option ist. Eine Wirtschaft, wo die Profite von heute die Schulden bzw. die Steuern von morgen sind. Ist eine Gemeinwohlökonomie in der derzeitigen Geldwirtschaft noch möglich und nachhaltig?
https://www.3sat.de/film/dokumentarfilmzeit/oeconomia-100.html
Ein Dokumentarfilm über die Spielregeln des Kapitalismus, über den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum, Verschuldung und Vermögenskonzentration.
Die Frage beschäftigt mich auch, seit ich den Film "Normal Is Over" gesehen habe. Allerdings sehe ich das Problem eher in den Zinsen. Es gibt ja auch andere Investitionsmodelle und gemeinwohlorientierte Banken — und nicht jedes Wachstum ist schlecht (Entwicklungsländer und bestimmte Branchen müssen z. B. wachsen, um allen Menschen ein relativ sorgenfreies, nachhaltiges Leben zu ermöglichen).
Die Rentenversicherung ist ein gutes Beispiel eines Umlageverfahrens. Hier wird Kapital nicht aufgebaut sondern nur die Renten der derzeitigen Rentner*innen gedeckt. Dennoch muss aufgrund Inflationsanpassungen und Verwaltungskosten eine Rendite erzielt werden.
Selbst bei Null externen Kosten, bedarf es eine stetige Anzahl von Erwerbstätigen, die die Renten decken. Abgesehen von Schwankungen in der Anzahl Rentenbezüger*innen, braucht es zumindest eine stabile Geburtenrate. Die Rentendebatte bzw. -Krise ist ein leuchtendes Beispiel, wie wir uns in eine Wachstumsfalle hinein manövriert haben. Die Problematik wird umso deutlicher, wenn die Alterspyramide angeschaut wird. Diese Alterspyramide spiegelt unseren derzeitigen Wirtschaftszustand, wie es im Film gezeigt wird. Soll und Haben in der Bilanz haben eine verblüffende Ähnlichkeit zu einem Wetterhäuschen, wie die Puppen sich abwechseln.
Zinsen sind ein gutes Beispiel, wie +/- Renditen unser Leben bestimmen und das Staubsaugen ist ein hervorragendes Exemplar wie Zinsen funktionieren. Zum einen wird viel Staub aufgewirbelt - empfindliche Leute können ein Lied davon singen - zum anderen wird der Staub nur hinaus transportiert, um dann wieder heimzukehren. Ich weiss nicht wie Einstein es mit dem achten Weltwunder (der Zinseszins) gemeint hat. Ich könnte mir vorstellen, dass wir seine Aussage nicht wortwörtlich übernehmen sollten.
Hallo Sigrid, ich habe letztes Jahr einen Kurs bei OpenCampus besucht und fanden den richtig gut. https://edu.opencampus.sh/ Anmeldefrist war der 24.11. aber vielleicht hast du Glück und Felix hat noch einen Platz für dich. Das tolle an dem Kurs für mich war, das Theorie und Praxis schön miteinander verbunden war. Nach der Theorie haben wir Studierenden einen Kurzbericht für ein Unternehmen geschrieben.
Liebe Grüße,
Wendelin
Hallo Sigrid, Veronika Sharonova und Matthias Fehske haben ein Online-Tool für die GwÖ https://www.goodbalancer.org/ geschaffen und haben vielleicht einen guten Kontakt zu Beratern und Weiterbildungsmöglichkeiten.
VG, Simon
Ich finde, dass jede/r der/die verstanden hat, welchen Sinn die GWÖ hat und wie sie funktioniert, in seinem Freundes- und Bekanntenkreis für die GWÖ wirbt. Denn die Idee der GWÖ ist noch viel zu wenig bekannt.
Für mich ist sehr entscheidend, dass die GWÖ auf dem bestehenden Wirtschaftssystem aufbaut und man nicht, wie bei den meisten anderen alternativen Wirtschaftssystemen, einen plötzlichen Paradigmenwechsel von allen verlangt (das funktioniert nämlich nicht). Durch Anreize werden immer mehr Unternehmen und Organisationen dazu gebracht, mehr für das Gemeinwohl zu tun und Profitmaximierung weniger als ihr Unternehmensziel zu begreifen.
Liebe Grüße